Geschichte der St.Sebastianus Bruderschaft Schiefbahn 1449 e.V.

Die Geschichte der St.Sebastianus-Bruderschaft Schiefbahn, die nachweislich bis in die erste Hälfte des 15. Jh.s zurückreicht, ist zugleich auch ein wesentlicher Bestandteil der Ortsgeschichte Schiefbahns.

In den Rechnungsakten des Staatsarchivs in Köln entdeckte Jacob Germes 1925 eine erste Nachricht über diese Bruderschaft aus dem Jahre 1449. Dort heißt es im Auszug aus den Rechnungsakten des Staatsarchivs in Köln:

 

„Anno 1449, ug. Skt.Heribert dag des hilligen Bischofs, seindt bestrafet worden mit zwei goldtschilden Henno Eyndthausen aus dem Underbroich, Schützenbruder auf der Scheifbahn (S.S.Seb.).“

 

Die Buchstaben „S.S.Seb.“ bedeuten „Sodalitas Sancti Sebastiani“, zu deutsch „Bruderschaft Sankt Sebastianus“. Dieser erste schriftliche Hinweis auf die Schiefbahner St.Sebastianus-Bruderschaft wird seitdem als Datum für das Gründungsjahr angesehen.

 

Bei der Erwähnung der Kapelle zum hl. Hubertus im Jahre 1458 wird diese als „im unteren Broich“ gelegen bezeichnet. Sowohl der Hauser- wie auch der Sürderhof und auch die Honschaft Fließ werden im Unterbroich liegend bezeichnet. Um 1430 erscheint der Name „SCHYFFBANEN“ erstmals, er ist aber noch nicht allgemein gebräuchlich, sondern lediglich als Flurname. Nach 1480 wird dieser Name immer mehr und seit 1514 allgemein für unser Ortsgebiet gebräuchlich.

Im 17. Und 18. Jh. bildete sich aus Schyffban erst Scheiffban, dann Schieffbahn und schließlich Schiefbahn. Der Name Schiefbahn ist von einem Scheibenstand abgeleitet, von einem Schießstand der Schützen, der einst im Unterbruch lag, leider in den letzten Jahrzehnten aber nicht mehr in Ehren gehalten wurde. Wie man also sieht ist Schiefbahn untrennbar mit dem Schützenfest verbunden.

 

Denkt man heute an Schützenbruderschaften, dann meint man Vogelschuß und fröhliche Schützenfeste, Feiern also im bunten Rahmen. Dabei übersieht man, dass es ursprünglich den Bruderschaften um Caritas, um mildtätige Unterstützung der Armen, aber auch um Schutz von Leib und Leben der Mitbürger ging. Auf Schiefbahn bezogen bedeutete das, dass neben allgemeinen und caritativen und sozialen Zielsetzungen praktische Aufgaben amtlichen Charakters wahrzunehmen waren. So hatten die Schiefbahner Schützen dem Liedberger Amtmann Geleitschutz zu geben; saßen die Schiefbahner Schöffen zu Gericht, mußten die Schützen Polizeihilfe leisten; zogen die Vorsteher Steuern und Abgaben ein, mußten die Schützen ihnen Geleit geben, läutete die Brandglocke, fungierten die Schützen als Feuerwehr.

All diese Aufgaben werden auch heute noch neben dem Beruf oder hauptamtlich von diesen Schützen geleistet. Aus der alten Tradition und aus dem Zusammengehörigkeitsgefühl werden die Werte „für Sitte, Glaube und Heimat“ in Ehren gehalten. 

 

Diese Zeilen sind mit freundlicher Genehmigung aus dem Buch „Bruderschaften und Schützenwesen in Schiefbahn“ von Dr. Ludwig Hügen entnommen. Vielen Dank dafür.

  

Zusammengestellt im Mai, 2000

 

Jürgen Marx


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...bis zum Schützenfest 2018
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